Zusammenfassung

  1. 01

    Die RTBA-Karte 2026 des französischen SIA gilt seit dem 16. April und beschreibt ein verbundenes Netz reglementierter Abschnitte; während einer Aktivierung ist das Umfliegen verpflichtend.

  2. 02

    Laut offiziellen Angaben können Kampfflugzeuge 500 kt, also etwa 900 km/h, überschreiten und meist im automatischen Geländefolgeflug operieren; die Besatzungen übernehmen dabei keine Kollisionsvermeidung.

  3. 03

    Das SIA betont, dass die AZBA-Vorschau NOTAM, SUP AIP und AIP nicht ersetzt; auch außerhalb der RTBA-Aktivierungszeiten kann ziviler oder militärischer Tiefflug stattfinden.

Hinter der Reisewarnung steht eine verbindliche Luftraumregel

Der DHV hat Gleitschirm- und Drachenpilotinnen und -piloten mit Ziel Frankreich, besonders in Richtung Vogesen, daran erinnert, das militärische Tiefflugnetz RTBA in die Luftraumbeurteilung einzubeziehen. Die aktuelle Veröffentlichung des französischen Flugberatungsdienstes SIA bestätigt den Kern dieser Warnung. Das RTBA besteht aus verbundenen reglementierten Abschnitten für militärische Übungsflüge in sehr geringer Höhe und bei sehr hoher Geschwindigkeit; es ist keine gewöhnliche Route, deren Durchquerung vor Ort nach Sicht entschieden werden kann.

Zwei Tornado-Militärflugzeuge im Formationsflug
Kontextbild zum militärischen Tiefflug aus dem DHV-Bericht. Die aktuelle Aktivierung des französischen RTBA ist weiterhin beim SIA zu prüfen.Bundeswehr / Petersen via DHVBildquelleSource publication permission confirmed · 2026-08-01

Die erste Ausgabe der offiziellen RTBA-Karte 2026 ist seit dem 16. April 2026 in Kraft. Ihre zentrale Regel ist eindeutig: Ein aktivierter Abschnitt muss umflogen werden. Daraus folgt weder, dass das gesamte Netz ständig gesperrt ist, noch kann eine statische Übersicht den Zustand für jeden beliebigen Zeitpunkt belegen. Seitliche und vertikale Grenzen ergeben sich aus den aktuellen Luftfahrtveröffentlichungen, darunter AIP ENR 5.1; die Aktivierung selbst bleibt dynamisch.

Geschwindigkeit und Einsatzprofil lassen kaum Sichtreserve

Nach Angaben des SIA können Kampfflugzeuge im RTBA mehr als 500 kt, ungefähr 900 km/h, erreichen und fliegen üblicherweise im automatischen Geländefolgemodus. Das SIA erklärt außerdem, dass die Besatzungen bei diesen Missionen keine Kollisionsvermeidung sicherstellen. Damit wird verständlich, weshalb das Umfliegen einer aktiven Zone Vorschrift und keine Empfehlung ist: Ein langsames und optisch kleines Luftsportgerät kann seine Sicherheit nicht auf ein spätes Erkennen eines schnellen Jets stützen.

Der DHV ergänzt, dass verbreitete Systeme wie FLARM, FANET oder OGN nicht als Garantie dafür gelten dürfen, dass Gleitschirme oder Drachen für Militärflugzeuge oder deren Führungskette sichtbar sind. Das französische Verkehrsministerium nennt Kollisionen oder Beinahe-Kollisionen zwischen Militärflugzeugen und zivilen VFR-Nutzern als Anlass der Aufklärung. Belegt ist dieses klar begrenzte Risiko; nicht belegt wäre die pauschale Behauptung, jedes Militärflugzeug sei in jedem anderen Luftraum unsichtbar.

AZBA ist eine Planungshilfe, keine vollständige Freigabequelle

Die AZBA-Seite des SIA stellt geplante Aktivitäten der Tiefflugzonen grafisch dar und bietet damit einen leicht zugänglichen Überblick über möglicherweise aktive RTBA-Abschnitte. Auf derselben Seite stellt das SIA jedoch klar, dass die AZBA-Vorschau Informationen aus NOTAM, SUP AIP und AIP nicht ersetzt. Eine Kartenfarbe kann einen möglichen Konflikt zeigen, aber allein weder die Verfügbarkeit einer Route beweisen noch eine spätere offizielle Luftfahrtinformation überstimmen.

Titelblatt der französischen SIA-Luftfahrtkarte 2026 zum militärischen Tiefflugnetz RTBA
Titelblatt der SIA-Karte RTBA 2026, erste Ausgabe gültig ab 16. April; vor dem Flug bleiben aktuelle Aktivierungen und NOTAMs zu prüfen.Service de l’Information Aéronautique (SIA) · édition en vigueur le 16 avril 2026BildquelleLicence Ouverte — SIA

Diese Quellenhierarchie ist für den freien Flug besonders wichtig, weil gespeicherte Bildschirmbilder, Drittanbieter-Apps oder lokale Verkehrsdaten nur eine Quelle und einen Zeitpunkt abbilden können. Die belastbare Schlussfolgerung lautet, bei jeder Planung im französischen Luftraum aktuelle offizielle Informationen heranzuziehen und einen aktiven Abschnitt als nicht verfügbar zu behandeln. Route, Genehmigung und Wetter bleiben getrennte Prüfungen; dieser Bericht ersetzt keine offizielle Flugvorbereitung.

Nicht aktiv bedeutet nicht frei von Tiefflugverkehr

Das SIA nennt eine weitere wichtige Grenze: Auch außerhalb der angekündigten RTBA-Aktivität können zivile oder militärische Luftfahrzeuge in geringer Höhe fliegen. Im Luftraum der Klasse G gilt dann für alle das Prinzip „Sehen und Ausweichen“. Ein nicht als aktiv angezeigter Abschnitt beseitigt somit eine bestimmte Beschränkung, bestätigt aber keinen leeren Luftraum und hebt allgemeine Pflichten gegenüber Verkehr, Gelände, örtlichen Regeln und Bedingungen nicht auf.

Zu beobachten sind deshalb die jeweiligen SIA-Aktivierungsangaben, einschlägige NOTAM oder SUP AIP sowie mögliche Änderungen der Abschnittsgrenzen im AIP. GoFly behauptet nicht, dass bei Veröffentlichung dieses Artikels ein bestimmter RTBA-Abschnitt aktiv war, und nennt keine einheitliche Untergrenze für das ganze Netz. Dauerhaft gelten zwei Punkte: Aktive Abschnitte sind zu umfliegen, und ihr wechselnder Status ist anhand offizieller französischer Luftfahrtinformationen zu prüfen.

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