Die wichtigsten Fakten

  1. 01

    GIN stellte bei einer internen Qualitätskontrolle fest, dass sich bei einer begrenzten Zahl von Genie-Race-5-Rettergriffen die Naht zur Befestigung der Kunststoffschnur lockern oder lösen kann.

  2. 02

    Laut GIN kann die verrutschte Schnur am Sicherungsstift hängen bleiben und die Retterauslösung verzögern oder im schlimmsten Fall verhindern.

  3. 03

    GIN verlangt vor dem nächsten Flug eine Griffprüfung; bei jeder Bewegung oder jedem Verrutschen ist der Griff stillzulegen und über einen autorisierten Händler kostenlos zu ersetzen.

Zwei Hinweise bestätigen dasselbe Risiko

GIN hat einen Sicherheitshinweis zum Rettergriff des Gurtzeugs Genie Race 5 veröffentlicht. Betroffen ist die Sicherungsnaht einer Kunststoffschnur innerhalb des Griffsystems. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um eine begrenzte Zahl von Griffen. Weil dieses Bauteil jedoch unmittelbar zur Auslösekette des Rettungsschirms gehört, ist der Befund nicht als bloßer Verarbeitungsfehler zu behandeln.

Der Herstellerhinweis trägt das Datum 10. Juli 2026, der entsprechende DHV-Eintrag folgte am 17. Juli. Beide Unterlagen setzen eine klare Faktengrenze: Es geht um einzelne Rettergriffe des GIN Genie Race 5, um die Naht, welche die Kunststoffschnur fixiert, und um eine mögliche Verzögerung oder Verhinderung der Retterauslösung. Eine pauschale Aussage über alle Griffe oder andere GIN-Produkte lässt sich daraus nicht ableiten.

Wie die Naht die Auslösung beeinflussen kann

Die Naht soll die Kunststoffschnur in ihrer vorgesehenen Lage halten. Lockert oder löst sie sich, kann die Schnur verrutschen. GIN beschreibt, dass sie sich dann am Sicherungsstift verfangen kann. Dadurch kann die mechanische Abfolge zwischen dem Ziehen des Griffs und der Freigabe des Rettungsschirms gestört werden. Gerade deshalb hat ein kleines Nahtdetail eine außergewöhnlich hohe sicherheitstechnische Bedeutung.

Die dokumentierten Folgen haben zwei Stufen: Die Auslösung kann sich verzögern oder im schwersten beschriebenen Fall ganz verhindert werden. Die verfügbaren Angaben nennen weder eine Fehlerquote noch eine genaue Zahl betroffener Einheiten. Eine Häufigkeit lässt sich daher nicht seriös berechnen. Wenn ein Rettungsschirm benötigt wird, reicht jedoch bereits die Möglichkeit einer Verzögerung aus, um sofortiges Handeln zu rechtfertigen.

Was der Hinweis für Eigentümer bedeutet

Der offizielle GIN-Hinweis enthält eine bebilderte Prüfung vor dem Flug. Entscheidend ist, ob die Kunststoffschnur fest am Rettergriff vernäht ist und ob sie sich gegenüber dem Griff bewegen oder verschieben kann. Die Prüfung ist unmittelbar nach der unten verlinkten Originalmitteilung des Herstellers vorzunehmen; dieser Bericht ersetzt das technische Dokument nicht, und ein unauffälliges Äußeres gilt nicht als bestandene Kontrolle.

Auch die Entscheidung ist eindeutig geregelt. Sitzt die Schnur fest und bewegt oder verschiebt sie sich nicht, darf der Griff normal weiterverwendet werden. Wird irgendeine Bewegung festgestellt, ist der Griff sofort außer Betrieb zu nehmen; mit eingebautem betroffenem Griff darf nicht geflogen werden. Ein autorisierter GIN-Händler stellt kostenlosen Ersatz bereit, eine Reparatur im Feld ist nicht vorgesehen.

Das Prüfergebnis entscheidet über die Nutzung

Eigentümer müssen nicht auf eine Seriennummernliste warten: GIN benennt den Rettergriff des Genie Race 5 als Prüfobjekt und setzt die Frist auf den nächsten Flug. Das unten verlinkte Original-PDF zeigt den relevanten Bereich. Bleibt das Ergebnis unklar, sollte ein autorisierter Händler entscheiden; ein zweifelhafter Griff darf nicht vorschnell als einsatzfähig gelten.

Die Schlussfolgerung ist damit konkret: Betroffen ist eine begrenzte Zahl von Griffen, die mögliche Folge für die Retterauslösung ist jedoch schwerwiegend. Ein Griff, der die vorgegebene Prüfung besteht, darf weiterverwendet werden; bei beweglicher oder rutschender Schnur muss er stillgelegt und kostenlos ersetzt werden. Technisch verbindlich bleibt der GIN-Sicherheitshinweis.

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